Saisonstart für die Herren 1 des ASV Cham Basketball

von Wolfgang Zierl (Kommentare: 0)

Chamer Luchse nehmen Herausforderung an

Trotz ungeschlagener Bayernliga-Saison wurde den Bayerwald Luchsen Cham die Meisterschaft nicht zugesprochen – sehr zum Ärger des ASV. Das Aufstiegsrecht für die zweite Regionalliga bekam man aber dennoch. Der BBV teilte die Chamer Korbjäger in die Nordstaffel ein, was zusätzliche logistische Herausforderungen mit sich bringt. So stehen für das Team Fahrten bis nach Dresden, Leipzig, Chemnitz, Gotha oder auch Erfurt an. „Das wird eine enorme Belastung für unsere Mannschaft“, ist sich Abteilungsleiter Wolfgang Zierl der Herausforderung bewusst.

Herausforderung ist ohnehin ein Wort der Sommerpause, schließlich brachte vor allem Corona jede Menge davon mit sich. Eine Saisonplanung war so gut wie nicht möglich und die finanzielle Lage wird bis zum Ende der Saison angespannt bleiben. „Die reduzierten Zuschauer- und Spieltags-Einnahmen schmerzen extrem, noch dazu wollen ein paar Sponsoren aufgrund der Vorkommnisse in diesem Jahr aussetzen. Das ist verständlich – und wir sind froh, dass wir dennoch auch ein paar neue Unterstützer finden konnten”, erzählt Zierl über die Schwierigkeiten, mit denen man zu kämpfen hat. Dennoch will man die Spielzeit vor eigenen Fans starten. Bis zu 30 Personen lässt die Stadt Cham in der Zweifachturnhalle über dem Hallenbad zu. „Wir hätten uns natürlich mehr erhofft, aber am Ende sind 30 immer noch besser als keine“, so Zierl weiter.

Wer ersetzt Karel Ausprunk?

 Mit Karel Ausprunk hatte der ASV in der vergangenen Saison einen der dominantesten Spieler der Liga in seinen Reihen. Der tschechische Centerspieler hat sich dabei in das Rampenlicht einiger Erstligisten in seinem Heimatland gespielt und geht in der neuen Saison für BK Lokomotiva Pilsen an den Start. „Ein herber Verlust für uns, den wir nicht einfach so auffangen können, schließlich hat er unserem Team enorm viel Qualität gegeben“, sagt Kapitän Andreas Koller. Sein Landsmann Pavel Vondra wird ebenfalls aufgrund einer Schulterverletzung mindestens in der Hinrunde fehlen. Seine Rückkehr ist jedoch nicht ausgeschlossen.

Die Abteilungsleitung war jedoch nicht untätig und reagierte auf den Abgang von Ausprunk gleich mit mehreren Verpflichtungen. Mit Andreas Reindl holte man einen Bayernliga-erfahrenen Flügelspieler aus Amberg und aus Weiden mit Kenneth Walters jr. den Topscorer der Bayernliga Nord der Hamm Baskets Weiden. „Andreas war ein Spieler, den wir früh auf dem Radar hatten. Seine Qualitäten und Erfahrung werden unserem Team sicher helfen. Mit Kenny haben wir einen sehr athletischen und gut ausgebildeten Spieler für uns gewonnen. Er ist extrem schnell und wird uns somit in der Verteidigung als auch der Offensive weiterhelfen. Er kann von überall auf dem Feld scoren und zudem unsere Spieler perfekt in Szene setzen“, freut sich Headcoach Bradley Melton über die beiden Neuzugänge. Der US-Amerikanische Coach geht dabei in seine dritte Saison bei den Bayerwald Luchsen.

Weit bekannter dürften in Cham die Namen Dominik Major und Lukas Pryszcz sein. Major verbrachte die vergangenen Jahre studienbedingt in Wien und kann nun aufgrund von Online-Kursen wieder voll mitwirken. Lukas Pryszcz spielte in den vergangen Jahren in Bayreuth und schnupperte bei medi bayreuth in der abgelaufenen Saison sogar Bundesligaluft. „Beide Spieler sind absolute Glücksgriffe für uns. Wir waren auf der Suche nach einem Point Guard, und mit Dominik haben wir hier die perfekte Lösung gefunden. Er kennt die Spieler und das Umfeld und bringt uns Qualitäten, die sonst nur wenige Spieler haben. Sollte Lukas am Ende tatsächlich auch für uns auflaufen, ist das natürlich unglaublich, wenngleich wir immer gehofft hatten, dass er eine Profilaufbahn einschlagen kann”, so der Chamer Trainer, der vor allem in der Tiefe auf einen breiten Kader zurückgreifen kann.

Trotzdem wollen die Luchse zunächst einmal kleinere Brötchen backen, schließlich hat man vor allem unter dem Korb an Power verloren. Zwar hat Simon Zierl in der vergangenen Saison mit 19,0 Punkten/Spiel seine beste Saison gespielt, jedoch kann er allein die Lücke unter dem Korb nicht füllen. Jugendspieler Louis Keber wird mehr und mehr Verantwortung übernehmen müssen und zeigte mit 15 Punkten im Testspiel gegen Regionalligist Wolnzach schon positive Ansätze. Für Kevin Decker, den Regionalliga-erfahrenen Berater der Chamer Basketballer, gibt es in dieser Saison drei Favoriten. Neben Bayreuth sind dies Würzburg und dann schon die DJK Neustadt/Waldnaab. Er sieht die ganzen Farmteams der Profimannschaften aus Dresden oder Chemnitz als Wundertüten an, traut den Luchsen jedoch den Klassenerhalt zu.

Derby zum Auftakt

 

Mit der DJK Neustadt/Waldnaab kommt es gleich am ersten Spieltag zum oberpfälzischen Basketball Derby. „Das wird natürlich gleich ein sehr emotionales Spiel werden. Neustadt hat bereits viel Erfahrung in der Regionalliga sammeln können und wird alles daran setzen, um uns zu schlagen. Es ist extrem schade, dass wir zum einzigen regionalen Derby keine Zuschauer mitbringen dürfen“, so Kapitän Andreas Koller. Die Leitung der Regionalliga beschloss, im Oktober keine Gästefans zuzulassen. Lediglich fünf Mannschaftsbetreuer sind erlaubt. Mit Stefan Merkl hat die DJK einen frischgebackenen A-Lizenz Trainer an der Seitenlinie stehen, der sein Team perfekt einstellet.

Die Chamer Verantwortlichen wollen Ruhe zu bewahren. Die Neuzugänge brauchen Zeit, um sich zu integrieren. Und der Großteil der Mannschaft muss sich an das Niveau der höheren Liga erst noch gewöhnen. Wie schwer die erste Saison nach dem Aufstieg sein kann, sah man im ersten Bayernliga-Jahr. Damals verlor man die ersten sieben Saisonspiele und kämpfte bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt.

 

Bericht: MZ / Bayerwald Echo

Quelle: https://www.mittelbayerische.de/sport/regional/cham-nachrichten/chamer-luchse-nehmen-herausforderung-an-21517-art1944379.html

Bilder:  Christoph Ruland / ASV Cham

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Saisonstart für die Herren 1 des ASV Cham Basketball

von Wolfgang Zierl (Kommentare: 0)

Chamer Luchse nehmen Herausforderung an

Trotz ungeschlagener Bayernliga-Saison wurde den Bayerwald Luchsen Cham die Meisterschaft nicht zugesprochen – sehr zum Ärger des ASV. Das Aufstiegsrecht für die zweite Regionalliga bekam man aber dennoch. Der BBV teilte die Chamer Korbjäger in die Nordstaffel ein, was zusätzliche logistische Herausforderungen mit sich bringt. So stehen für das Team Fahrten bis nach Dresden, Leipzig, Chemnitz, Gotha oder auch Erfurt an. „Das wird eine enorme Belastung für unsere Mannschaft“, ist sich Abteilungsleiter Wolfgang Zierl der Herausforderung bewusst.

Herausforderung ist ohnehin ein Wort der Sommerpause, schließlich brachte vor allem Corona jede Menge davon mit sich. Eine Saisonplanung war so gut wie nicht möglich und die finanzielle Lage wird bis zum Ende der Saison angespannt bleiben. „Die reduzierten Zuschauer- und Spieltags-Einnahmen schmerzen extrem, noch dazu wollen ein paar Sponsoren aufgrund der Vorkommnisse in diesem Jahr aussetzen. Das ist verständlich – und wir sind froh, dass wir dennoch auch ein paar neue Unterstützer finden konnten”, erzählt Zierl über die Schwierigkeiten, mit denen man zu kämpfen hat. Dennoch will man die Spielzeit vor eigenen Fans starten. Bis zu 30 Personen lässt die Stadt Cham in der Zweifachturnhalle über dem Hallenbad zu. „Wir hätten uns natürlich mehr erhofft, aber am Ende sind 30 immer noch besser als keine“, so Zierl weiter.

Wer ersetzt Karel Ausprunk?

 Mit Karel Ausprunk hatte der ASV in der vergangenen Saison einen der dominantesten Spieler der Liga in seinen Reihen. Der tschechische Centerspieler hat sich dabei in das Rampenlicht einiger Erstligisten in seinem Heimatland gespielt und geht in der neuen Saison für BK Lokomotiva Pilsen an den Start. „Ein herber Verlust für uns, den wir nicht einfach so auffangen können, schließlich hat er unserem Team enorm viel Qualität gegeben“, sagt Kapitän Andreas Koller. Sein Landsmann Pavel Vondra wird ebenfalls aufgrund einer Schulterverletzung mindestens in der Hinrunde fehlen. Seine Rückkehr ist jedoch nicht ausgeschlossen.

Die Abteilungsleitung war jedoch nicht untätig und reagierte auf den Abgang von Ausprunk gleich mit mehreren Verpflichtungen. Mit Andreas Reindl holte man einen Bayernliga-erfahrenen Flügelspieler aus Amberg und aus Weiden mit Kenneth Walters jr. den Topscorer der Bayernliga Nord der Hamm Baskets Weiden. „Andreas war ein Spieler, den wir früh auf dem Radar hatten. Seine Qualitäten und Erfahrung werden unserem Team sicher helfen. Mit Kenny haben wir einen sehr athletischen und gut ausgebildeten Spieler für uns gewonnen. Er ist extrem schnell und wird uns somit in der Verteidigung als auch der Offensive weiterhelfen. Er kann von überall auf dem Feld scoren und zudem unsere Spieler perfekt in Szene setzen“, freut sich Headcoach Bradley Melton über die beiden Neuzugänge. Der US-Amerikanische Coach geht dabei in seine dritte Saison bei den Bayerwald Luchsen.

Weit bekannter dürften in Cham die Namen Dominik Major und Lukas Pryszcz sein. Major verbrachte die vergangenen Jahre studienbedingt in Wien und kann nun aufgrund von Online-Kursen wieder voll mitwirken. Lukas Pryszcz spielte in den vergangen Jahren in Bayreuth und schnupperte bei medi bayreuth in der abgelaufenen Saison sogar Bundesligaluft. „Beide Spieler sind absolute Glücksgriffe für uns. Wir waren auf der Suche nach einem Point Guard, und mit Dominik haben wir hier die perfekte Lösung gefunden. Er kennt die Spieler und das Umfeld und bringt uns Qualitäten, die sonst nur wenige Spieler haben. Sollte Lukas am Ende tatsächlich auch für uns auflaufen, ist das natürlich unglaublich, wenngleich wir immer gehofft hatten, dass er eine Profilaufbahn einschlagen kann”, so der Chamer Trainer, der vor allem in der Tiefe auf einen breiten Kader zurückgreifen kann.

Trotzdem wollen die Luchse zunächst einmal kleinere Brötchen backen, schließlich hat man vor allem unter dem Korb an Power verloren. Zwar hat Simon Zierl in der vergangenen Saison mit 19,0 Punkten/Spiel seine beste Saison gespielt, jedoch kann er allein die Lücke unter dem Korb nicht füllen. Jugendspieler Louis Keber wird mehr und mehr Verantwortung übernehmen müssen und zeigte mit 15 Punkten im Testspiel gegen Regionalligist Wolnzach schon positive Ansätze. Für Kevin Decker, den Regionalliga-erfahrenen Berater der Chamer Basketballer, gibt es in dieser Saison drei Favoriten. Neben Bayreuth sind dies Würzburg und dann schon die DJK Neustadt/Waldnaab. Er sieht die ganzen Farmteams der Profimannschaften aus Dresden oder Chemnitz als Wundertüten an, traut den Luchsen jedoch den Klassenerhalt zu.

Derby zum Auftakt

 

Mit der DJK Neustadt/Waldnaab kommt es gleich am ersten Spieltag zum oberpfälzischen Basketball Derby. „Das wird natürlich gleich ein sehr emotionales Spiel werden. Neustadt hat bereits viel Erfahrung in der Regionalliga sammeln können und wird alles daran setzen, um uns zu schlagen. Es ist extrem schade, dass wir zum einzigen regionalen Derby keine Zuschauer mitbringen dürfen“, so Kapitän Andreas Koller. Die Leitung der Regionalliga beschloss, im Oktober keine Gästefans zuzulassen. Lediglich fünf Mannschaftsbetreuer sind erlaubt. Mit Stefan Merkl hat die DJK einen frischgebackenen A-Lizenz Trainer an der Seitenlinie stehen, der sein Team perfekt einstellet.

Die Chamer Verantwortlichen wollen Ruhe zu bewahren. Die Neuzugänge brauchen Zeit, um sich zu integrieren. Und der Großteil der Mannschaft muss sich an das Niveau der höheren Liga erst noch gewöhnen. Wie schwer die erste Saison nach dem Aufstieg sein kann, sah man im ersten Bayernliga-Jahr. Damals verlor man die ersten sieben Saisonspiele und kämpfte bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt.

 

Bericht: MZ / Bayerwald Echo

Quelle: https://www.mittelbayerische.de/sport/regional/cham-nachrichten/chamer-luchse-nehmen-herausforderung-an-21517-art1944379.html

Bilder:  Christoph Ruland / ASV Cham

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