Lukas Pryszcz feiert erste Erfolge

von Andreas Koller

Lukas Pryszcz feiert erste Erfolge

Kevin Durant gilt aktuell als einer der besten Basketballer der Welt, in der vergangenen Saison wurde er sogar zum wertvollsten Spieler der US-amerikanischen Profiliga NBA gewählt. Aber nicht nur durch sein Talent, sondern vor allem durch seine harte Arbeit ist es ihm gelungen dorthin zu kommen, wo er nun ist. Lukas Pryczsz ist einer der talentiertesten jungen Basketballer des ASV Cham und hat sich eben jenen Kevin Durant als sein Vorbild auserkoren. Hinter dem ASV Youngster liegt ein ereignisreiches erstes Jahr, in dem er einige Erfolge verzeichnen konnte und viel dazu gelernt hat.

Die Basketballabteilung ist sicherlich nicht die größte des großen ASV Cham, umso wichtiger ist die Nachwuchsarbeit und genau diese scheint bereits jetzt Früchte zu tragen. 15 bis teilweise sogar 20 Kinder tummeln sich dienstags von 17.30 Uhr bis 19.00 Uhr in der Chamer Zweifachturnhalle über dem Hallenbad, allesamt zwischen 12 und 16 Jahren. Manche bleiben auch danach noch in der Halle, um mit den größeren noch ein wenig mit zu trainieren und weiter an ihrem Spiel zu feilen. Einer davon ist der „kleine“ Lukas …

… dabei ist dieser eigentlich gar nicht mal mehr so klein. Mit seinen 13 Jahren misst er stolze 176 cm und überragt damit schon viele seiner Altersgenossen. Seit knapp einem Jahr nun spielt Lukas Basketball beim ASV und dies auch ziemlich erfolgreich. Bereits im ersten Training merkte man ihm seine Sportlichkeit an, ein Junge, der mit dem Ball auf Anhieb umgehen kann. Vieles erinnerte die Verantwortlichen des ASV dabei an den jungen Dominik Major, der ebenfalls in jungen Jahren zum ASV Cham stieß und inzwischen mit seinen gerade mal 17 Jahren fester Bestandteil und Leistungsträger der ersten Herrenmannschaft ist. Lukas liebt diesen Sport und lässt kein Training sausen. Kürzlich erst bekam er zum Geburtstag einen Basketballkorb an die heimische Garage montiert, damit er auch dort jederzeit trainieren kann.

Wie der Vater, so der Sohn

Diese Begeisterung für den Sport kommt dabei nicht von ungefähr, schließlich ist auch sein Vater Christoph begeisterter Sportler. Dieser erinnert sich noch heute gerne an die Zeit in Polen (Oberschlesien) zurück, als er ca. drei Jahre lang (5.-7. Jahrgangsstufe) in einer Sportklasse aktiv Basketball spielte. Losgelassen hat aber auch ihn das orangene Leder seitdem nie so wirklich, wenngleich er inzwischen doch häufiger in der Judoabteilung des ASV zu finden ist. Immer wieder kommt er in die Halle, um seinen Sohn vom Training abzuholen. Dabei lässt er es sich häufig nicht nehmen, sich auch selbst einen Ball zu schnappen und ein paar Körbe zu werfen. Der „Hakenwurf“ ist dabei seine Paradedisziplin, auch wenn die Trefferquote inzwischen natürlich nicht mehr so gut ist wie noch früher. Seit 1989 sind die Pryczszs nun bereits in Deutschland. Damals packten die Eltern Christoph und seine Schwester, zogen nach Deutschland und wollten ihren beiden Kindern somit eine bessere Zukunft ermöglichen. „Mit Erfolg“ sagt Christoph Pryczsz heute. Inzwischen ist er selbst Vater von drei Kindern, neben Lukas (13 J.) auch noch Julia (11 J.) und Lana (3 J.).

Rasante Entwicklung in nur einem Jahr

Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte konnte in der vergangenen Saison eine U14 Mannschaft für den Spielbetrieb gemeldet werden, sehr zur Freude von Familie Pryczsz. „Lukas wollte schon immer Basketball spielen“, sagt sein Vater über ihn. Aber auch im Judo und Handball war das Nachwuchstalent zuvor aktiv, ehe er sich für Basketball entschied. In dieser ersten Saison konnte Lukas vor allem durch sein Talent und seine körperlichen Vorteile gegenüber seinen Mitstreitern punkten. Lukas Pryszcz beim BAT 2014Noch ist nicht alles Gold was glänzt, ist sich Simon Zierl, Trainer der Chamer U14 Mannschaft bewusst, doch Lukas bringe alles mit, um eine ähnliche Entwicklung zu machen wie es beispielsweise Dominik Major in den letzten Jahren tat.

Nach der abgelaufenen Saison beschlossen „Luki“ und sein Vater dann im Juni nach Neumarkt und Neustadt a.d. Waldnaab zu fahren, um dort an den acht Auswahltrainingseinheiten der Oberpfalz teilzunehmen. Insgesamt 20 talentierte Kinder nahmen daran teil und von dem erfahrenen Coaching - Duo Kevin Decker und Stefan Merkl wurden ihnen Korbleger-/ Wurftechniken, Defense und Athletik näher gebracht. Auch dort konnte Lukas die Trainer davon überzeugen, ihn dann letztlich auch in den achtköpfigen Kader des Sommer BAT (Bezirks Auswahl Turniers) zu berufen, um dort die Oberpfalz zu vertreten. In Vilsbiburg konnte Lukas ebenfalls glänzen und stach vor allem in der Reboundarbeit immer wieder positiv hervor. Die Belohnung dessen war die Berufung für das All-Star Game vor Ort und eine Einladung zum Sommerlehrgang nach Oberhaching. In der kommenden Saison soll Lukas sowohl in der U16 des ASV Cham als auch mit Doppellizenz bei der DJK Neustadt a.d. Waldnaab in der Jugendbayernliga an den Start gehen.

Trotz Talent – noch viel Arbeit vor sich

Das Talent ist vorhanden, es wurde erkannt und es wird gefördert. Mit seinem Vater hat er zudem den Rückhalt, den er benötigt und nun liegt es an Lukas, was er daraus macht. Ob nun in der Jugendbayernliga oder der U16, er muss weiter hart an sich arbeiten wie es auch sein Vorbild Kevin Durant tat. Denn dieser war und ist sich bewusst, dass auch die größten Talente hart an sich arbeiten müssen, um nicht irgendwann von fleißigen, aber weniger talentierten Spielern überholt zu werden und so sagte Durant einst, “Hard work beats talent, if talent fails to work hard“, was Lukas für seinen weiteren Weg auch als Ratschlag dienen sollte.

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