Überraschung ja, Sensation nein

von Stefanie Straßburger

„Wir können heute nur gewinnen“: So stimmte Gerhard Köstner seine Spielerinnen vor dem Pokalhalbfinale ein. Und mit seiner Aussage hatte er Recht: Die Gegnerinnen aus Neumarkt spielen zwei Ligen über den Chamerinnen und stehen dort aktuell auf dem dritten Platz. „Selbst wenn wir deutlich verlieren, gewinnen wir viel Erfahrung gegen eine hochklassige Mannschaft“, so der Headcoach der ASV-Basketballerinnen weiter. Eine hohe Niederlage wurde es trotzdem nicht – im Gegenteil: Hätte das „Team Adler“ nicht die ersten fünf Minuten verschlafen, wäre sogar die Sensation drin gewesen.

Die Damen der Fibalon Baskets Neumarkt begannen wie erwartet stark und führten nach fünf Minuten bereits 18:0. Tempo und Zug zum Korb in der Bezirksoberliga sind – so mussten die Chamerinnen leidvoll erfahren – einfach anders als in der Kreisliga. Aber aufgeben war keine Option. Mit der Einwechslung von Verena Seidl, die sich – obwohl sie noch angeschlagen war –  kurzfristig entschlossen hatte, zu spielen, fanden die Gastgeberinnen in ihr Spiel. Zum Ende von Viertel eins stand es 11:22.

Ab dem zweiten Viertel spielten beide Mannschaften auf Augenhöhe und zeigten ein ausgeglichenes und ansehnliches Spiel, das auch die rund 50 Zuschauer honorierten. In dieser Phase setzte Gerhard Köstner vor allem auf seine Leistungsträgerinnen Verena Seidl, Sabrina Janker, Steffi Straßburger, Sabrina Gress und Liga-Topscorerin Elena Bistrian – wobei Letztere es sehr schwer hatte, ihren gefährlichen Zug zum Korb durchzusetzen, da sie konsequent von mehreren Gegnerinnen verteidigt wurde. Mit 19:33 ging es in die Pause.

In Halbzeit zwei setzte Gerhard Köstners Mannschaft auf Pressing – und das erfolgreich: Die Chamerinnen spielten schnell und sicher und brachten ihre Gegnerinnen mit einem 9:0-Lauf kurzzeitig aus dem Konzept. Zu diesem Zeitpunkt hatten sie sich bis auf 10 Punkte herangearbeitet, 29:39 lautete der Zwischenstand zur Mitte des dritten Viertels. Aber auch die Neumarkter Spielerinnen setzten ihre Pressverteidigung ein und spielten sich bis zum Ende des dritten Viertels wieder einen 15-Punkte-Vorsprung heraus.

Das letzte Viertel konnten die ASV-Damen sogar mit 16:14 für sich entscheiden. Trotzdem reichte es nicht mehr, um noch einmal heranzukommen. Somit endete der Traum vom Bezirkspokalfinale mit einem beachtlichen 47:60. Für Spielerinnen und Trainer jedoch kein Grund, Trübsal zu blasen: „Wir haben heute unser bestes Spiel der gesamten Saison gezeigt“, resümiert Gerhard Köstner. „Und wir haben gezeigt, dass wir auf dem Niveau der Bezirksoberliga mitspielen können.“ Das stimmt alle Beteiligten auch zuversichtlich für die neue Saison: Nur noch ein Ligasieg fehlt den Damen nämlich zum sicheren Aufstieg in nächsthöhere Liga. Und dafür stehen die Chancen besser als für eine Pokalüberraschung gegen Neumarkt.

Für den ASV spielten: Verena Seidl (14 Punkte, 1 Dreier), Elena Bistrian (12 Punkte, 2 Dreier), Steffi Straßburger (11 Punkte), Sabrina Janker (10 Punkte), Sylvia Olek, Sabrina Gress, Nathalie Deittrick, Anna Lehneis, Jamila Martin, Linda Lechner und Corinna Heigl.

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